Die
MaLoWa
1993 wurden die Weichen für die Zukunft
der MALOWA GmbH gestellt. Der einstige Betriebsteil des Mansfeldkombinates
wurde von der Treuhand ausgegliedert und sieht sich so einer
gesicherten Zukunft entgegen. Unter den Treuhandführungen,
wäre diese Werkstatt bestimmt heute nicht mehr existent.
MaLoWa - Galerie
Wie alles begann - Auf eine mehr als 100 jährige Tradition
blickt die Hauptwerkstatt der Bergbaubetriebe im Mansfelder
Land. Auch die Hallen und Gebäude lassen verraten die
lange Tradition. Auf dem Gelände stehen Waggons, Dieselloks,
Dampfloks, Drehgestelle, Lokteile und vieles mehr. Unser Interesse
weckt eine englische Schnellzuglok, die in mehreren Teilen
angeliefert wurde. Es finden sich hier außerdem Fahrzeuge
von Werk- und Privatbahnen, Schmalspurloks für verschiedene
Kleinbahnen in Deutschland, Märkische Museumeisenbahn,
Jackstalbahn, aber auch ein historischer Straßenbahnwagen,
wartet in den Hallen der Bahnwerkstatt Klostermansfeld auf
ihre zumeist originalgetreue Rekonstruktion und Instandsetzung.
Vor den in Fachkreisen recht bekannten Abteilung
der Mansfeld Transport GmbH stehen in den kommenden Wochen
und Monaten entscheidende Veränderungen. Ein neuer Name
wird dann davon künden, daß ein Teil der Mansfeld
AG aus Treuhandbesitz in Privateigentum überführt
wurde. Beide Geschäftsführer haben sich für
den Namen: "Mansfelder - Lokomotiv - und Wag- gonbau
GmbH" (Malowa) entschieden.
Fast die Hoffnung aufgegeben hätten Günther
Vorwerk und Gerhard Kellner, die beiden künftigen Geschäftsführer
der MaLoWa. Noch schien es anfangs unmöglich, diesen
Schritt in das Unternehmertum zu schaffen. Da gab es umfangreiche
Schwierigkeiten mit der Treuhand, der unannehmbar hohe Kaufpreis
konnte erst nach beharrlichen Verhandlungen auf ein akzeptables
Maß gebracht werden. Da waren Kredite beantragt und
verfielen, da der Kauf nicht rechtzeitig zustande kam. Aber
auch für die Auftragslage wirkte sich die ungewisse Zukunft
der Bahnwerkstatt Klostermansfeld negativ aus. "Denn",
so der Noch-Abteilungsleiter Vorwerg, "wer schließt
schon langfristige Verträge mit einem Betrieb ab, von
dem keiner weiß, ob er morgen noch existiert?"
Die Hoffnung hatten beide schon fast aufgegeben, doch in den
Bemühungen, ihr Ausgründerkonzept doch noch zu realisieren,
aber nie nachgelassen.
Inzwischen sind die Fronten klar, ist ein zwar
hoher, aber akzeptabler Preis vereinbart worden, und das Ausgründungskonzept
des Abteilungsleiters der Bahnwerkstatt und des gegenwärtigen
technischen Leiters der Mansfeld Transport GmbH hat Anerkennung
gefunden - sowohl bei der Treuhand als auch bei der Mansfeld
AG. Mitte November 1994 soll der Kaufvertrag unterzeichnet
werden.
Der gute Name der Bahnwerkstatt mit rund 110jähriger
Erfahrung auf dem Gebiet der Lokreparatur und Instandhaltung
von Schienenfahrzeugen soll natürlich erhalten werden.
Auch künftig wird die Restaurierung von schienengebundenen
Fahrzeugen aller Art, ob Dampf- und Diesellokomotiven oder
Personen- und Güterwagen, wichtigstes Standbein sein.
So wird unter anderem der Straßenbahnwagen (Baujahr
1910) aus Wuppertal, der unter Denkmalschutz steht, im Original-
zustand neu aufgebaut. Als eine zweite Produktionslinie ist
die Instandsetzung von Normalspurwei chen vorgesehen.
Abgsehen von einem ansehnlichen Kredit für
den Kaufpreis haben die beiden Geschäftsführer bis
1995 Investitionen in Höhe von rund 1,5 Millionen DM
geplant, die ebenfalls durch Kredite abgedeckt werden. Vorgesehen
sind eine Lackiererei, moderne Werkzeugmaschinen, ein neuer
Waschplatz mit Ölabscheider und vieles andere. Auch an
den Neubau von zwei Hallen für Lokre- paraturen ist gedacht,
da die vorhandene Schiebebühne für Normalspurdampfloks
zu klein ist.
12/ 2000 - Fast alle Pläne konnten umgesetzt
werden. Und die Auftragsbücher sind gefüllt. Damit
hat sich die MALOWA auch gegen die Konkurrenz der DB Werke
behaupten können.
Ein lang ersehnter Traum geht Zum Januar 2001
für die Bahnwerkstatt in Erfüllung. Eine Strahl-
und Farbgebungshalle mit modernster Ausstattung. Schon seit
mehr als 20 Jahren hegen die Lokschlosser diesen Wunsch nach
einer geeigneten Halle, nachdem sie eine alte Lokwerkstatt
räumen mussten, die zu einer Lehrwerkstatt und zu einer
Malerei umfunktioniert wurde.
Diese alte Halle wurde in Vorbereitung des Neubaus
abgerissen. Weitere Ausweichmöglichkeiten wurden gleichfalls
schrittweise abgerissen, so daß die Arbeitsbedingungen
für die Farbgebung alles andere als günstig waren.
Endlich ist der Platz belegt, auf den bereits seit 1996 diese
Halle erbaut werden sollte. Zur Verzögerung kam es u.a.
durch den schlechten Untergrund, der eine tiefe Fundamentgründung
erforderlich machte. Zugleich musste das schon lange anstehende
Ab- und Oberflächenwasserproblem gelöst werden,
einem alten Erbe aus DDR-Zeiten. Den Bau der grossräumigen,
zweigeteilten Halle für die Farbgebung und Strahlarbeiten
übernahm die GOSAG, die diese zugleich projektseitig
mit dem neuesten Know-how ausstattete. Im Mitteltrakt sind
die Betriebs- und Versorgungseinrichtungen untergebracht.
Jeder Hallenteil ist mit 3 Spurweiten ausgestattet
und zugleich durch Strassenfahrzeuge befahrbar. Die 30 Meter
lange Halle ermöglicht die Aufnahme kompletter Schienenfahrzeuge,
ohne deren Demontage - für Strahl - oder Farbarbeiten.
Zum Teil ist die Wiederverwertung des Strahlgutes möglich.
Durch Zwischentore kann diese Halle optimal verkleinert werden,
so dass Strahl und Farbarbeiten gleichzeitig stattfinden können.
Mittlerweile gehen die Arbeiten an dieser neuen
Korrosionsschutzhalle ihren Ende entgegen, so daß sie
Ende Januar 2000 schon in die Produktion überführt
werden kann. Die zur Trocknung der in frisch lackierten Fahrzeuge
benötigte Abluft wird über Filter abgeleitet und
dann zur Beheizung der Räumlichkeiten wiederverwendet.
Insgesamt sind die Räumlichkeiten von Farbgebung und
Strahlhalle so gross bemessen, dass Fahrzeuge bis 120 t über
Hilfsdrehgestelle hier behandelt werden können.
Ich wünsche der MALOWA GmbH alles Gute
für die Zukunft
Webmaster Florian Meier
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